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 von Sarah Stutte
Liebe Leserinnen und Leser
Das Sommerloch gähnt mal wieder vor sich hin und mit ihm würde meinereiner das Gesicht einschlafen, gäbe es nicht RTL. Dort wird man geflissentlich darüber informiert, dass sich Dschungelcamp Ex-Bewohnerin und ehemals Fernsehmoderatorin Gundis Zambo nun für den «Playboy» ausgezogen hat. Mit 43 Jahren. Wow. Flugs werden noch weitere weibliche B-Promis und fernsehgeile Emporkömmlinge jenseits der 40 befragt, die sich ebenfalls schon für das Heft nackig gemacht haben: «Wir wollen damit vor allem älteren Frauen Mut machen.» Welch eine noble und uneigennützige Geste. Und was für eine feministische Message erst damit transportiert wird: Wenn der Alte zu Hause lieber Fussball guckt, als dich anzuschaun, dann mach dich obenrum für den «Playboy» frei und schon fühlst du dich wieder stark und frisch wie ein junges Reh. Nun gut, wir dürfen dabei nicht vergessen, RTL ist eine Hochglanzvariante des Blicks. Deshalb kann auch nicht verlangt werden, dass die interviewten Damen wissen, dass äussere Freizügigkeit nichts mit innerer Freiheit zu tun hat. Nein, ich bin keine von der EMMA abgewanderte Anti-Porno-Redaktorin. Was mich stört, ist, dass es so völlig okay geworden ist, dass man seine Titten im «Playboy» der Welt präsentiert. Dass es mit «das Heft ist doch inzwischen renommiert», «es stehen doch auch gute Artikel drin» und «die Fotos sind erotisch, nicht schmutzig» entschuldigt wird. Und dass man der wahnsinnigen Idee erliegt, aus der Versenkung heraus wieder irgendwelche Rollenangebote zu bekommen, wenn man sich oben ohne hat ablichten lassen. Um Frauen ab 40 Mut zu machen, muss man schon ein bisschen mehr auf dem Kasten haben.
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